Heilkräuter Lexikon
In der Zeit der Karolingischen Renaissance und unter der Regierung Karls des Grossen (747-814 n.Chr.) wird das Wissen um die Heilkräuter Anwendung weiter verbreitet. Beeinflusst von dem Vermächtnis von Benedikt von Nursia, Cassiodor und Isidor sowie den Werken aus den Klöstern wird ein Neuansatz innerhalb der Medizin unternommen und eine Heilkräuter Apotheke aufgestellt. Erstes Zeugnis ist das “Lorscher Arzneibuch” (Codex Bambergensis med. 1), das wohl unter der Leitung des Lorscher Abtes Richbodo um 790 n.Chr. entstanden ist. Dieses gilt als erstes Heilkräuter Lexikon auf deutschem Boden. Nach einer Rechtfertigung, der “Verteidigung der Medizin” und einem Gedicht folgen hier ausschließlich phytotherapeutische Rezepte die sich der Heilkräuter Anwendung widmen. Bedeutend für die Entwicklung von Kräutergärten und der Verwendung von Gewürz als Heilpflanze ist die vom Abt Ansegis von St. Wadrille aus dem Orden der Benediktiner auf Befehl des Kaisers Karl des Großen im Jahre 812 n. Chr. in Aachen zusammengestellte Domänenverordnung, das „Capitulare de villis vel curtis imperii“. In dieser so genannten Landgüterverordnung wurden sehr detaillierte Vorschriften zur Verwaltung der Krongüter gegeben. Sie enthält neben der Regelung des ländlichen Betriebes auf den kaiserlichen Gütern im letzten Abschnitt eine Aufzählung von Gewürz als Heilpflanze Pflanzen, welche in den königlichen Gärten vorhanden sein müssen.
Die Verordnung ordnete den Anbau von 73 Gewürz Heilpflanze Pflanzen (z.B. Anis, Brunnenkresse, Petersilie, Sellerie, Rainfarn, Mohn, Hauswurz, Senf, Malve, Zwiebel, Dill, Knoblauch, Minze, Liebstöckel, Fenchel und Rosmarin), sowie die Anpflanzung von 14 Baumarten, die der Verwalter der kaiserlichen Güter in den Gärten vornehmen soll. Durch die Verordnung verbreitete sich das Wissen um den Anbau und die Heilkräuter Anwendung auch auf die Gärtner in den Krongütern und damit auf die normale Bevölkerung außerhalb der Klöster. Jeder konnte nun ein Heilkräuter Lexikon besitzen und eine Heilkräuter Apotheke aufbauen.