Chinesische Heilkräuter
Als ein Retter bedeutender Schriften der Antike gilt Cassiodor († um 580 n.Chr.), der Begründer des Klosters Vivarium in Kalabrien, im heutigen Italien, der auch viele Heilkräuter Rezepte gerettet hat. Cassiodor lässt gesammelte Handschriften der Antike abschreiben und empfiehlt um 560 n.Chr. in seinem Werk „Institutiones“: “Lernt die Eigenschaften von Heilkräutern und die Mischungen der Arzneien kennen“, ferner sollten die Mönche die Werke von Hippokrates und Galen in lateinischen Übersetzungen lesen und sich mit dem Werk des Aurelius Caelius beschäftigen, um sich mit Heilkräutern auseinanderzusetzen. Auch chinesische Heilkräuter wurden in dieser Zeit archiviert. Chinesische Heilkräuter kamen von weit her und wirkten bis weit nach Europa. Cassiodor hinterlässt seine Bibliothek dem Kloster und ist mehr noch als Benedikt von Nursia dafür verantwortlich, dass sich der Orden um die Sammlung und Erhaltung von Literatur bemüht.

Unzählige Schriften aus der Antike und dem Römischen Reich, und damit auch das antike Wissen um die Heilkräuter Wirkung damals von Mönchen und Nonnen überarbeitet und archiviert. Die Heilkräuter Wirkung findet ihren Niederschlag in der Zusammenstellung der Heilkräuter Rezepte. Der Bischof Isidor von Sevilla († um 636) trägt in seinem “Etymologiarum sive Originum libri XX” das ihm noch verfügbare antike Wissen zu einer Art Enzyklopädie der Heilkräuter Rezepte zusammen, deren viertes Buch (”De Medicina”) den Grundlagen der antiken Medizin und Heilkräutern gewidmet ist. Isidors Werk wird zum Basistext der Wissenschaften des frühen und hohen Mittelalters.